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www.metal1.info [DE] 7.5/10

03/11/2012
„Satanic Pop Metal“ lautet der Titel des mittlerweile fünften Albums der Ukrainer SEMARGL und zugleich die selbstgewählte Genrebezeichnung. Und das gar nicht ganz zu unrecht, wie sich recht bald herausstellt: 

Kurzes Intro, dann stampft „Satanic Pop Metal“ los, ohne dabei jedoch irgendwie böse zu klingen – und spätestens als der Frauengesang dann einsetzt, denkt man wirklich zunächst an Pop. Dieser Eindruck wird zwar recht schnell insoweit revidiert, als dass der männliche Gesangspart mit seiner harschen Stimme doch zumindest ein bisschen „metal“ klingt, hält sich aber dennoch hartnäckig – denn wenn „Satanic Pop Metal“ im Großen und Ganzen eines nicht ist, dann hart oder böse... da ändern auch aufreizende Albumcover, Softporno-Videoclips und Texte über „Antireligion, Satan and Sex" wenig.
Statt dessen klingt das, was SEMARGL hier darbieten, wie eine auf soft getrimmte Kreuzung aus Pain und den Deathstars, mit eingängigen Melodien a là Amorphis und eben, als Sahnehäubchen auf der Zuckerguss-Torte poppigem Frauengesang.
Doch ganz so schlimm, wie sich all das jetzt zunächst liest, ist das Resultat wirklich nicht... zumindest nicht, wenn man mit den genannten Bands (Deathstars inklusiv!) etwas anzufangen weiß, und auch softerem Elektro / Dark Wave nicht gänzlich abgeneigt ist. Denn eines muss man der Truppe lassen: Sie hat ein Händchen für Eingängigkeit. 
Auch wenn das Album auf Dauer etwas arg monoton und damit nervig wird – die Songs als solche haben tatsächlich Clubhit-Potential. Mit simplen Mitteln elektronischer Sounderzeugung sowie verstärkt durch „normale“ Instrumente bringen SEMARGL das, was sie sagen wollen, ziemlich genau auf den Punkt – nicht zuletzt mit dem Terminus „Satanic Pop Metal“.

Zugegebenermaßen ist „Satanic Pop Metal“ kein Album, das ich mir all zu oft am Stück anhören werde – dazu schlagen die Songs für meinen Geschmack (und in guter Pop-Manier) doch zu sehr in ein und die selbe Kerbe: Bis auf wenige Ausreißer wie das in diesem Kontext fast schon schockierend harte „I Hate You“ sind die Songs früher oder später immer ein wenig kitschig, sei es des weiblichen Geträllers oder der Puderzuckermelodien wegen – dass die Beats nie so richtig fies durchgreifen, sondern eher etwas fester den Takt klopfen, tut sein übriges. Dennoch ist das Songmaterial als solches durchaus gut gemacht: Sowohl eingestreut in die Tracklist bei entsprechenden Tanzveranstaltungen der „schwarzen Szene“, als auch auf der Bühne kann ich mir SEMARGL wirklich gut vorstellen, dürften die Songs hier durch die realen Instrumente nochmal kräftig Schwung und Wums dazugewinnen – man denke nur an den himmelweiten Unterschied zwischen Combichrist live und auf Platte.

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